
Neuzeitlicher Rauchkult: Blunts
Ein Blunt ist eine der zahlreichen Arten, Cannabis zu konsumieren. Er ähnelt in seiner Form der wohl verbreitetsten Methode, dem Joint, unterscheidet sich von ihm allerdings in der Weise, mit der das Marihuana zusammengehalten wird. Beim Blunt geschieht dies nämlich nicht durch herkömmliches Zigarettenpapier, sondern durch die Hülle einer Zigarre. Diese wird der Länge nach aufgeschnitten und der Zigarrentabak wird entfernt, um an seiner statt Marihuana einzufügen. Schließlich wird der Blunt entlang der Naht befeuchtet und zugerollt.
Die Bezeichnung „Blunt" lässt sich bis in das 19. Jahrhundert zurückverfolgen und meint ursprünglich einen Zigarrentyp, der in seinem Umfang zwischen einem Zigarillo und einer traditionellen Zigarre angesiedelt ist. Darüber hinaus zeichnet er sich durch ein abgerundetes Mundstück aus, woraus sich letztlich auch sein Name ableiten lässt - „blunt" steht im Englischen für „stumpf". Heute ist „Blunt" ein Gattungsbegriff für alle Zigarren, deren Tabak entfernt und durch Marihuana (in seltenen Fällen auch ergänzt durch weitere Wirkstoffe oder Drogen) ersetzt wird.
Der Ursprung des Blunts als Form, Cannabis zu sich zu nehmen, liegt in den USA und seine steigende Popularität ist in den späten Achtziger Jahren des Zwanzigsten Jahrhunderts zu verorten. Die Zigarrenmarke „Blunt" einer US-amerikanischen Firma wurde in dieser Zeit sehr beliebt. Begünstigt wurde die Verbreitung dieser Form der Verwertung von Cannabis durch den vergleichsweise günstigen Preis der Marke. Aber auch der spezielle Geschmack, der durch die Tabakhülle hervorgerufen wird und die Aura eines Luxusartikels (man sieht dem Blunt seinen geringen Preis schließlich nicht an) dürften für den steigenden Zuspruch unter Konsumenten mit verantwortlich sein. Die zunehmende Popularität von Blunts steht außerdem im Zusammenhang mit der aufstrebenden Hip-Hop-Kultur in den Vereinigten Staaten, in der das Rauchen von Blunts eine Art Statussymbol darstellte, was sich unter anderem in dem Vertrieb von T-Shirts und Pullovern der herstellenden Firma äußerte. Daneben wurde das Rauchen von Blunts auch in Songs thematisiert. Die wachsende Verbreitung von Blunts fand schließlich einen Widerhall im Marketing, so werden die Zigarren heutzutage in mehreren Geschmackssorten angeboten. Der Konsument kann zwischen Frucht-, Gewürz- und sogar Cocktail-Aromen wählen. Auch die Geschmacksrichtungen Kaffee, Schokolade und Honig gehören zum Angebot. Darüber hinaus gibt es mittlerweile auch aromatisiertes, aus Tabak hergestelltes Zigarettenpapier zu kaufen - so spart sich der Konsument den Zigarrentabak.
Es versteht sich von selbst, dass Blunts und Blunt Wraps zum Standardangebot eines Growshops gehören, in dem sich der geneigte Käufer auch mit anderem Rauchzubehör, wie z. B. einem Vaporizer oder mit Vorrichtungen zum Selbstanbau von Cannabis, wie einer Homebox, versorgen kann.